decisions.ch - Schweizer kennzeichenrechtliche Entscheide
  Vorliegen bejaht      
ältere Marke / jüngeres Zeichen Produkte / Produkte Instanz Kernaussage Fundstelle
Swissfirst / swissfirst KHW Finanzdienstleistungen (Kl.36) / Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (Kl.36) IGE

Bei "swissfirst" handelt es sich um eine Kombination des Qualitätshinweises "first" (...) mit der geografischen Bezeichnung "swiss", mithin um eine Zusammensetzung rein beschreibender, gemeinfreier Angaben (...), welcher die Schutzfähigkeit im Eintragungsverfahren lediglich aufgrund der Kombination mit zusätzlichen (Buchstaben- resp. Bild-)Elementen zuerkannt werden kann. Dies bedeutet nun jedoch nicht, dass Letztere im für den Zeichenvergleich massgeblichen Gesamteindruck der Zeichen die dominierenden Elemente bilden, welche am ehesten geeignet sind, im Gedächtnis des Publikums haften zu bleiben. (...) Zu beachten ist insbesondere, dass auch ein kennzeichnungsschwaches Zeichenelement bei der Beurteilung der Verwechslungsgefahr nicht einfach ausgeklammert werden darf (BGE 122 III 389 – Kamillosan). Denn schon die analoge Stellung schutzunfähiger resp. kennzeichnungsschwacher Bestandteile im Gesamtzeichen kann eine Verwechselbarkeit bewirken oder verstärken.

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IGE vom 31.03.2004, Nr. 6732-6735
Kreis mit Welle / Kreis mit Balken Kl.25, Kl.35, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (Kl.36), Kl.41 / Kl.25, Kl.35, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (Kl.36), Kl.41 IGE

Dans le cas d’espèce, comme il s’agit de logos, le risque de confusion se limite à l’impression visuelle. Ainsi, une comparaison entre les marques en présence démontre de façon indéniable que la marque attaquée reprend de façon très similaire, tant dans l’emplacement des formes que dans leur proportion, les caractéristiques essentielles du signe opposant.  (...) De même, le fait que la marque opposante revendique des couleurs ne joue aucune importance du moment que la marque attaquée est supposée être protégée dans toutes les représentations possibles et donc également dans les couleurs de la marque opposante.

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IGE vom 08.04.2004, n° 6333/2003
Männchen / A.people autonomizing people pharmazeutische Produkte (Kl.5), ärztliche Dienstleistungen (Kl.44) / pharmazeutische Produkte (Kl.5), ärztliche Dienstleistungen (Kl.44) IGE

Néanmoins, il faut rappeler que, selon la doctrine, un simple motif abstrait doit rester à la libre disposition du public (...). La protection d'une simple image n'est pas absolue. Pourtant, lorsque le motif est inusuel ou peu ordinaire, le besoin de libre disposition en est réduit.

La marque opposante est au bénéfice d'une force distinctive normale. De plus, elle ne reproduit pas n'importe quel "bonhomme", mais une silhouette en mouvement, les bras et les jambes sur le côté et la tête ronde au-dessus des bras. Le public-cible aura dès lors une impression précise du type de motif représenté. Ce sens se retrouve clairement dans la perception de la marque attaquée: malgré des formes plus droites, la silhouette est également en mouvement, de façon semblable à la figure prédominant la marque antérieure.

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IGE vom 22.04.2004, n° 6738
FOCUS / publifocus organisations d'événements culturels (Kl.41) / Organisation et conduite de colloques permettant aux citoyens de dialoguer sur un thème politique relatif à la science et à la technologie. (Kl.41) IGE

Schliesslich ist anzumerken, dass der Gebrauchstatbestand nicht voraussetzt, dass sich ein Produkt (oder eine Dienstleistung) ununterbrochen im Angebot befindet, denn solange die Marke im waren- oder dienstleistungsspezifischen Rhythmus auf dem Markt erscheint, ist dem gesetzlichen Gebrauchserfordernis Genüge getan (...). Somit kann bei einer regelmässig, einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung, ohne weiteres von einer ernsthaften Gebrauchsabsicht ausgegangen werden. Folglich zeigen die mit dem Widerspruch eingereichten Belege zur „FOCUS Night Cap“ einen ernsthaften Gebrauch des Zeichens „FOCUS“ in Verbindung mit der Dienstleistung organisation de manifestations du genre culturel [et] politique (Klasse 41) auf.

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IGE vom 25.04.2004, Nr. 6075
CELLPACK / CELLSTAR Elektrische Kabel und Drähte; Kabelschuhe, -klemmen und –mäntel für elektrische Leitungen; Antennen. (Kl.9), Beratungsdienst für die Auswahl von Maschinen und Geräten mit Kostenanalysen und Modellvorschlägen. (Kl.35), Installation, Wartung und Reparatur von Maschinen und Geräten. (Kl.37) / Antennenbefestigungen, Netzanschlüsse für Batterien, Eingangs- und Ausgangsbuchsen und –stecker. (Kl.9), Unterstützung der Detaillisten bei Einkäufen, Einführungs- und Beratungsdienste für Zubehörprogramme im Zusammenhang mit Originalausrüstung des Herstellerzubehörs, alles bezüglich Telekommunikationsausrüs-tungen und deren Zubehör. (Kl.35), Reparaturen und Instandsetzung von Mobiltelefonen, drahtloser Telekommunikationsausrüstungen und deren Zubehör. (Kl.37) IGE

In Zusammenhang mit den konkret bean-spruchten Waren kommt weder dem Markenteil "CELL" noch der Kombination mit "PACK" ein direkt beschreibender Sinngehalt zu: Die von der Widerspruchsmarke in Klasse 9 kon-kret beanspruchten Waren haben keinen Bezug zu Mobiltelefonen, mithin ist sowohl "CELL" wie der gesamten Marke "CELLPACK" durchschnittliche Kennzeichnungskraft zu-zugestehen.

Die Tatsache, dass es zahlreiche Marken im Register eingetragen habe, welche mit „CELL“ beginnen – die Widerspruchsgegnerin macht geltend es gebe ca. 500 eingetragene Marken, die mit CELL und ca. 100, die mit ZELL beginnen -, vermag daran nichts zu ändern. Abklärungen vom Institut haben ergeben, dass in den massgebenden Klassen 35 und 37 lediglich 22 Marken im Register vorhanden sind, die das Element "CELL" enthalten und lediglich 3 Marken, die das Element "ZELL" enthalten. Das häufig verwendete Element "CELL" für Waren, die denjenigen der Widerspruchsmarke nicht gleichartig sind, kann keine ursprüngliche Verwässerung begründen (vgl. RKGE in sic! 1999, 648 – WAVE RAVE/theWave).

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IGE vom 29.04.2004, Nr. 3334
NOW / Now Kl.9, Kl.16, Kl.28, Kl.38, Kl.41 / Kl.9, Kl.16, Kl.28, Kl.38, Kl.41 IGE

Dem Widerspruchszeichen kann in Zusammenhang mit den hier massgebenden Waren und Dienstleistungen kein beschreibender Sinngehalt beigemessen werden. Ihm eignet folglich ein normaler Schutzumfang.

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IGE vom 30.04.2004, Nr. 6670
ANGINOL / ANGIOL dietätische Produkte zur medizinischen Anwendung (Kl.5), Pflaster, Verbandsmaterial (Kl.5), pharmazeutische Produkte (Kl.5) / dietätische Produkte zur medizinischen Anwendung (Kl.5), Pflaster, Verbandsmaterial (Kl.5), pharmazeutische Produkte (Kl.5) IGE

Beim Begriff "ANGINOL" ist der Hinweis auf "Angina" erkennbar, mithin ein direkter Hinweis auf wesentliche Eigenschaften von antiseptischen Gurgelmitteln besteht. Der Widerspruchsmarke eignet demnach nur ein schwacher Schutzumfang.

Wohl werden Pharmazeutika mit einem höheren Aufmerksamkeitsgrad gekauft als Gebrauchsgegenstände. Damit ist in diesem Fall die Zeichenähnlichkeit nicht leichthin anzunehmen (RKGE in sic! 2000, 608 f. – Tasmar / Tasocar). Andererseits haben auf Markenverwechslungen zurückzuführende Fehlzurechnungen bei Medikamenten schwerwiegende Folgen, was wiederum dazu führt, dass die Verwechslungsgefahr nicht leichthin zu verneinen ist (RKGE in sic! 2003, 500 f. – Rivotril / Rimostil). Hinzu kommt, dass es sich bei den unter der Widerspruchsmarke vertriebenen Waren, aufgrund des hier massgebenden Warenverzeichnisses, um Produkte handeln kann, welche an das breite Publikum verkauft werden. Aufgrund der phonetisch kaum wahrnehmbaren minimen Unterschiede, die auch optisch auf den ersten Blick kaum zu sehen sind, besteht eine grosse Gefahr des sich Verhörens und Verlesens und somit die Gefahr von Verwechslungen. Aufgrund der sehr hohen Ähnlichkeit der beiden Marken ist die Verwechslungsgefahr auch unter Berücksichtigung des geringen Schutzumfanges der Widerspruchsmarke sowie der grundsätzlich höheren Aufmerksamkeit beim Kauf von pharmazeutischen Produkten zu bejahen.

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IGE vom 03.05.2004, Nr. 6680
MINIPIC / Roland Flûtes MINI PICKS Fisch und Fischprodukte (Kl.29), Fleisch (Kl.29) / Extrudierte Nahrungsmittel (Snackprodukte) im wesentlichen aus Gemüse und/oder Früchten bestehend (Kl.29) IGE

Die angefochtene Marke übernimmt die kennzeichnungskräftige Widerspruchsmarke quasi identisch und fügt ihr noch die Elemente "Roland Flûtes" sowie graphische Elemente bei. Dieses Vorgehen kann zu Fehlzurechnungen und somit zu einer (mittelbaren) Verwechslungsgefahr führen. Zur Schaffung einer neuen Marke darf nicht eine ältere Marke unverändert übernommen und mit dem eigenen Kennzeichen (in casu insbesondere "Roland") ergänzt werden (RKGE in sic! 2001, 813 – VIVA/CoopVIVA). Dies gilt auch, wenn die übernommene Widerspruchsmarke leicht abgeändert wird, ohne dass sie im Gesamteindruck jedoch verändert wird. Die zusätzlich angefügten Elemente sind ebenfalls nicht geeignet, den Gesamteindruck derart zu ändern, dass die Widerspruchsmarke nicht mehr als solche in der angefochtenen Marke erkannt wird.

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IGE vom 07.05.2004, Nr. 6690
Hahn Gallo / Hahn Teigwaren (Kl.30) / Saucen (Kl.30), Reis (Kl.30) IGE

Die Tatsache allein, dass vorliegend die sich gegenüberstehenden Marken beide einen Hahn als Bildelement aufweisen, begründet noch keine Verwechslungsgefahr, denn das abstrakte Bildmotiv ist freihaltebedürftig. Jedoch ist das Freihaltebedürfnis umso geringer, je ungewöhnlicher und ausgefallener das Motiv ist. Die ursprüngliche Kennzeichnungskraft wird durch die konkrete bildliche Ausgestaltung mitbeeinflusst (...). Entscheidend ist mithin die graphische Ähnlichkeit und die Sinnwirkung der Bildelemente (...). Der in beiden Marken erscheinende Hahn ist graphisch derart ähnlich dargestellt, beide setzen sich aus schwungvoll gehaltenen linienförmigen Elementen zusammen, welche eine identische Sinn- und Bildwirkung erzeugen – ein krähender Hahn mit aufgeplusterter Brust – so dass diese in der Erinnerung zweifelsohne verwechselt werden können. Auch der in der Widerspruchsmarke vorhandene Wortteil vermag die Sinnwirkung nicht zu verändern, da er das Bildelement in Worten wiedergibt.

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IGE vom 28.05.2004, Nr. 6323
Prevista / PREVISA Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (Kl.36), Rechtsberatung (Kl.45) / Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (Kl.36), Rechtsberatung (Kl.45) RKGE

Bei der Widerspruchsmarke ist das figurative Element nur von untergeordneter Bedeutung, weshalb bei der Beurteilung der Verwechslungsgefahr auf den Wortbestandteil PREVISTA abzustellen ist, welcher zwar schwach, aber mit der angegriffenen Marke quasi-identisch ist.

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RKGE vom 07.06.2004, INGRES-News 8/2004
HERTZ / Herzroute Motorfahrzeuge (Kl.12), Vermietung von Fahrzeugen (Kl.39) / Transportwesen (Kl.39) IGE

Ein Unterschied auf der Ebene des Sinngehalts vermag die Ähnlichkeit der Klang- und Bildwirkung lediglich dann zu kompensieren, wenn er dominant ist, sich beim Hören und Lesen dem Bewusstsein sogleich aufdrängt und in allen Landesteilen unmittelbar verständlich ist. Die klangliche oder schriftbildliche Ähnlichkeit darf zudem nicht derart gross sein, dass die Gefahr des Verhörens oder Verlesens besteht (...). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht gegeben. Einerseits muss bezweifelt werden, dass der unterschiedliche Sinngehalt der beiden Begriffe "HERTZ" und "HERZ" in allen Sprachregionen der Schweiz auf Anhieb verstanden wird, andererseits verfügen diese über eine derart ausgeprägte schriftbildliche und insbesondere klangliche Ähnlichkeit, dass die Gefahr des Verhörens oder Verlesens besteht.

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IGE vom 30.06.2004, Nr. 6777
ECOFIN / icofin Kl.35, Kl.36 / Kl.35, Kl.36 RKGE

Je ähnlicher die für zwei Marken beanspruchten Dienstleistungen sind, desto mehr müssen sich die zwei Marken unterscheiden, um eine Verwechslungsgefahr auszuschliessen. Die Verwechslungsgefahr ist streng zu beurteilen (E. 3, 5).
Die Kombination «ecofin» hat keine eindeutige Bedeutung und ist nicht eine offizielle Bezeichnung einer Institution der Europäischen Union; sie ist eine Marke mit gewöhnlichem Schutz (E. 4).
Im Rahmen des Widerspruchsverfahrens sind die Marken so zu vergleichen, wie sie eingetragen sind. In diesem Sinne ist es nicht relevant, ob im vorliegenden Fall die beanspruchten Dienstleistungen für ein Fachpublikum bestimmt sind (E. 6).

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RKGE vom 13.08.2004, sic! 2004, 927
FEELGOOD / Feelgood Logo Kl.41 / Kl.41 RKGE

Trotz unterschiedlicher Gestaltung gleicher Gesamteindruck und Erinnerungsbild.

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RKGE vom 18.08.2004, INGRES-News 11/2004
Zitronensaftflasche I / Zitronensaftflasche II Zitronensaftkonzentrat (Kl.32) / Zitronensaftkonzentrat (Kl.32) BGer

Das OG TG wies die (Wider-)klage mangels genügend bestimmtem Rechtsbegehren ab. Das BGer wies an die Vorinstanz zurück, da das OG TG den bundesrechtlichen Grundsatz verkannt habe, dass zu weit formulierte Unterlassungsbegehren - die sich materiell nur teilweise als begründet erweisen - in eingeschränkter Form zu schützen sind.

Nicht kennzeichnungskräftig sind, allein oder in Kombination, die folgenden Merkmale einer Flasche: bauchige Form, eine im Wesentlichen glatte oder zitronenartige Oberfläche oder eine «etwa zylindrische Verschlusskappe» (E. 2.1).
Eine Flasche in gelber Farbe sowie mit grüner Verschlusskappe ist für Zitronensaft beschreibend (E. 2.2).
Der Rechtsbegriff der Verwechslungsgefahr ist im gesamten Kennzeichenrecht einheitlich. Dem steht nicht entgegen, dass je nach beanspruchtem Rechtsschutz unterschiedliche Umstände zu würdigen sind. Für die Beurteilung der Verwechslungsgefahr nach Art. 3 lit. d UWG ist die gesamte Warenpräsentation massgeblich, nicht aber Registereinträge (E. 2.4).

Nach Ansicht des Bundesgerichtes lehnt sich die gelb-grüne Flasche der Klägerin in ihrem gesamten Eindruck dermassen an die gelb-grüne Flasche der Beklagten an, dass sie geeignet ist, beim Konsumenten Verwechslungen herbeizuführen. Das Anbringen einer Etikette ist nicht in jedem Fall geeignet, eine ansonsten zu bejahende Verwechslungsgefahr zu beseitigen.Unter Umständen kann ein Produkt gegenüber ähnlich ausgestatteten Produkten durch Mittel wie eine zusätzliche Etikettierung hinreichend abgegrenzt werden. Eine Etikette ist aber zur Unterscheidung wenig geeignet, wenn sie umgehend nach dem Kauf weggerissen wird.

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BGer vom 08.09.2004, Urteil 4C.169/2004
Niveau Blau / Cosm-IQ Kosmetika (Kl.3) / Kosmetika (Kl.3) IGE

Das IGE hält fest, dass für 64% der Befragten die Farbe Blau eine Marke für Körperpflegeprodukte ist; sogar 74% assoziieren den spezifischen Farbton (der Widerspruchsmarke) mit "Nivea". 50% der Befragten sind der Meinung, dass nur ein bestimmtes Unternehmen diese Farbe für Körperpflegeprodukte verwendet. Es ist daher "ohne Zweifel davon auszugehen, dass diese blaue Farbe in Zusammenhang mit den konkret beanspruchten Produkten, aber auch nur in Zusammenhang mit diesen, über einen hohen Kennzeichnungsgrad verfügt." Die angefochtene Marke übernimmt das stark kennzeichnungskräftige "Blau" der Widerspruchsmarke, also die Widerspruchsmarke selbst, und fügt ihr den Begriff "Cosm-IQ ANTI-AGE SYSTEM" hinzu. Die Übernahme einer Marke in unveränderter Form in eine eigene Registrierung – unter Hinzufügung eines eigenen Zeichens – führt zu Fehlzurechnungen und somit zu einer Verwechslungsgefahr. Die Hinzufügung des Schriftzuges "Cosm-IQ ANTI-AGE SYSTEM" vermag den Gesamteindruck der angefochtenen Marke nicht wesentlich zu verändern. Abgelehnt wurde der Widerspruch jedoch für "Parfüm" (Kl. 3) und "Produkte für die Gesundheit" (Kl. 5), weil die Widerspruchsmarke für diese Waren keine starke Kennzeichenkraft besitze.

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IGE vom 22.09.2004, Nr. 6937-6938
TORO / toro.ch Kl.6, Kl.7, Kl.8, Kl.9, Kl.11, Kl.12, Kl.21 / WIPO

Der Gesuchsgegner im gegenständlichen Verfahren ist Toro User Club c/o Marc Ihringer.

Wie gesehen, ist der Domainname mit der Marke der Gesuchstellerin identisch. Ebenfalls kann der kennzeichnungsmässige Gebrauch für einen Domainnamen ohne weiteres bejaht werden. Allenfalls näher zu betrachten ist die Voraussetzung der gewerblichen Nutzung, welche den privaten Gebrauch einer fremden Marke vom Anwendungsbereich des markenrechtlichen Abwehranspruchs ausnimmt. Gewerbliche Nutzung kann bei genauer Betrachtung auch bejaht werden. Es besteht anhand der Umstände kein Zweifel, dass der Domainname mit einem geschäftlichen Hintergedanken auf den jetzigen Gesuchsgegner übertragen wurde und die bei Gesuchseinreichung aufgeschaltete Webseite einem reinen oder mindestens mehrheitlich geschäftlichen Zweck diente.

Wollte man demnach die Webseite unter dem streitgegenständlichen Domainnamen als nicht aktiv betrachten und deshalb dem Domainnamen den kennzeichenrechtlichen Schutz nicht zukommen lassen, bestünde nach wie vor die Möglichkeit einer Anspruchsgrundlage auf Grund des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb („UWG“; SR 241). Dessen Art. 3 lit. d bestimmt, dass unlauter handelt, wer Massnahmen trifft, die geeignet sind, Verwechslungen mit den Waren, Werken, Leistungen oder dem Geschäftsbetrieb eines anderen herbeizuführen. Unter diesen wettbewerbsrechtlichen Kennzeichenschutz fallen sämtliche Verhaltensweisen, bei denen das Publikum durch die Schaffung von Verwechslungsgefahr irregeführt wird (BGE 126 III 239, 245). Dies ist im konkreten Fall, wie bereits unter den markenrechtlichen Erörterungen ausgeführt, zu bejahen: Internetbenutzer werden den Domainnamen wohl oder übel mit Produkten und Dienstleistungen der Gesuchstellerin in Verbindung bringen und dabei über deren Herkunft irregeführt werden.

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WIPO vom 04.10.2004, DCH2004-0014
NESTLE / Boas-EMS Clos Nestlé SA Kl.29, Kl.30, Kl.32 / Betrieb eines Altersheims (Kl.44) BGer

(Die angegriffene Gesellschaft betreibt unter ihrer Firma ein Altersheim). Der Schutz der berühmten Marke rechtfertigt sich, wenn der Markeninhaber erreicht hat, dass sich seine Marke einer derartigen Wertschätzung erfreut, dass ihre überragende Verkehrsgeltung nicht nur dazu verwendet werden kann, um die Produkte zu verkaufen, für welche sie ursprünglich bestimmt war, sondern auch, um den Absatz anderer Produkte zu erleichtern. Die Tatsache, dass eine Marke bei einem breiten Publikum bekannt ist und ein positives Image hat, muss in der Regel vorgebracht und mit allen angemessenen Mitteln bewiesen werden, auch mit Hilfe von Meinungsumfragen, ausser wenn die Tatsache notorisch ist.

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BGer vom 27.10.2004, BGE 130 III 748
O (Oakley) / Ellipse Brillen, Sonnenbrillen (Kl.9), Taschen, Rucksäcke (Kl.18), Kopfbedeckungen (Kl.25), Kleider (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) / Brillen, Sonnenbrillen (Kl.9), Kopfbedeckungen (Kl.25), Kleider (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) RKGE

Bei reinen Bildmarken reicht es aus, wenn sich die Verwechslungsgefahr entweder aus ihrem Erscheinungsbild oder aus ihrem Sinngehalt ergibt. Eine durchgesetzte Marke ist nicht grundsätzlich eine starke Marke, geniesst aber wenigstens einen normalen Schutzumfang. Zwei abstrakte Gebilde, die - ohne gemeinfrei zu sein - in ihrem wesentlichen Element, der Ellipse, übereinstimmen, sind ähnlich.

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RKGE vom 18.11.2004, sic! 2005, 196
MAGGI / maggi.com Lebensmittel (Kl.29), Lebensmittel (Kl.30) / BGer

Es ist gerichtsnotorisch, dass MAGGI eine berühmte Marke ist. Internetbenutzer erwarten unter der Domain "maggi.com" nicht einen unbekannten Familiennamen. Zudem bringen sie die streitgegenständliche Domain nicht mit der Firma "Maggi-Unternehmungen AG", sondern mit der berühmten Marke MAGGI in Verbindung. In casu ist deshalb primär das Recht von Nestlé an ihrer berühmten Marke gegen das Persönlichkeitsrecht des Beklagten an der ungehinderten Verwendung seines Nachnamens abzuwägen. Eine Verwechslungsgefahr wird durch den bloss privaten, d.h. nicht gewerblichen Gebrauch der Domain "maggi.com" nicht beseitigt. Gemäss Bundesgericht richten sich Internet-Adressen an die Öffentlichkeit. Verwechslungen sind daher "unbesehen des Inhalts der über diese Adresse abrufbaren Website möglich." Obschon seit der Registrierung der Domain "maggi.com" bis zur Klageeinreichung fast sechs Jahre vergangen sind, ist der Anspruch der Klägerinnen nicht verwirkt. Der Beklagte vermag nämlich weder nachzuweisen, dass er in dieser Zeit einen wertvollen Besitzstand geschaffen hat noch aus welchen Gründen er "im Zeitpunkt der Vornahme allfälliger Investitionen darauf vertrauen durfte, die Klägerinnen würden die Verletzung dulden."

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BGer vom 21.01.2005, Urteil 4C.376/2004
Prince / Le p'tit Prince Back- und Süsswaren (Kl.30) / Gastronomie (Kl.43) RKGE

In Verbindung mit Back- und Süsswaren ist die Marke Prince (fig.) phantasievoll und geniesst einen durchschnittlichen Schutzumfang. In Bezug auf DL der Gastronomie weckt das Zeichen "Le p'tit Prince" beim Publikum der deutschen und italienischen Schweiz keine besonderen Assoziationen. Nur in der frz. Schweiz erinnert sie eventuell an das Werk von Saint-Exupéry. Die Marke Le p'tit Prince übernimmt ein wesentliches Element der älteren Marke.

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RKGE vom 07.02.2005, sic! 2005, 384