decisions.ch - Schweizer kennzeichenrechtliche Entscheide
  Vorliegen bejaht      
ältere Marke / jüngeres Zeichen Produkte / Produkte Instanz Kernaussage Fundstelle
TORO / toro.ch Kl.6, Kl.7, Kl.8, Kl.9, Kl.11, Kl.12, Kl.21 / WIPO

Der Gesuchsgegner im gegenständlichen Verfahren ist Toro User Club c/o Marc Ihringer.

Wie gesehen, ist der Domainname mit der Marke der Gesuchstellerin identisch. Ebenfalls kann der kennzeichnungsmässige Gebrauch für einen Domainnamen ohne weiteres bejaht werden. Allenfalls näher zu betrachten ist die Voraussetzung der gewerblichen Nutzung, welche den privaten Gebrauch einer fremden Marke vom Anwendungsbereich des markenrechtlichen Abwehranspruchs ausnimmt. Gewerbliche Nutzung kann bei genauer Betrachtung auch bejaht werden. Es besteht anhand der Umstände kein Zweifel, dass der Domainname mit einem geschäftlichen Hintergedanken auf den jetzigen Gesuchsgegner übertragen wurde und die bei Gesuchseinreichung aufgeschaltete Webseite einem reinen oder mindestens mehrheitlich geschäftlichen Zweck diente.

Wollte man demnach die Webseite unter dem streitgegenständlichen Domainnamen als nicht aktiv betrachten und deshalb dem Domainnamen den kennzeichenrechtlichen Schutz nicht zukommen lassen, bestünde nach wie vor die Möglichkeit einer Anspruchsgrundlage auf Grund des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb („UWG“; SR 241). Dessen Art. 3 lit. d bestimmt, dass unlauter handelt, wer Massnahmen trifft, die geeignet sind, Verwechslungen mit den Waren, Werken, Leistungen oder dem Geschäftsbetrieb eines anderen herbeizuführen. Unter diesen wettbewerbsrechtlichen Kennzeichenschutz fallen sämtliche Verhaltensweisen, bei denen das Publikum durch die Schaffung von Verwechslungsgefahr irregeführt wird (BGE 126 III 239, 245). Dies ist im konkreten Fall, wie bereits unter den markenrechtlichen Erörterungen ausgeführt, zu bejahen: Internetbenutzer werden den Domainnamen wohl oder übel mit Produkten und Dienstleistungen der Gesuchstellerin in Verbindung bringen und dabei über deren Herkunft irregeführt werden.

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WIPO vom 04.10.2004, DCH2004-0014
Schweizerische Eidgenossenschaft / schweiz.ch / WIPO

Die Domainnamen <schweiz.ch> und <suisse.ch> wurden am 31. Dezember 1995 und <svizzera.ch> am 13. März 1996 bei der schweizerischen Registrierstelle Switch registriert.

Die Gesuchstellerin stützt ihr Gesuch insbesondere auf Artikel 29 Abs. 2 ZGB, d.h. auf ihr Namensrecht an den Namen “Schweiz”, “Suisse”, “Svizzera”.

Der Gesuchsgegner verkennt das vom Bundesgericht bestätigte Prinzip, wonach für die Frage der Verwechselbarkeit nicht auf den Inhalt der Website sondern ausschliesslich auf den Domainnamen abzustellen ist (BGE 128 III 363 sowie Urteil vom 7. November 2002, <djbobo.ch>, sic! 2003, 441 f). Dies gilt auf jeden Fall im Namensrecht, das hier zur Debatte steht (siehe sic! 2005, 207), währendem die auf der Website angebotenen Waren oder Dienstleistungen dann in Betracht gezogen werden dürfen, wenn markenrechtliche Aspekte geprüft werden (...). Die Verwechslungsgefahr besteht im Bereich des Namensrechts nämlich bereits im Zeitpunkt, wo sich der Internet-Benutzer an den gefundenen Domainnamen orientiert und in ihm Assoziationen geweckt werden.

In rechtlicher Hinsicht müsste geklärt werden, ob im vorliegenden Fall unter den oben erwähnten zum Teil noch abzuklärenden Gegebenheiten, eine Dauer von fünf Jahren eine Verwirkung zur Folge haben kann. Im Bereich des geistigen Eigentums spricht das Bundesgericht von einer in der Regel zwischen vier und acht Jahre dauernden Zeitspanne (...). Aus der Rechtsprechung ist nicht ersichtlich, ob diese Praxis unbesehen auf das dem Persönlichkeitsschutz nahe stehende Namensrecht übertragen werden kann. Fest steht allerdings, dass die Dauer allein nicht ausschlaggebend sein kann. Denn zum blossen Zeitablauf müssen vielmehr besondere Umstände hinzutreten, welche die Rechtsausübung mit der früheren Untätigkeit des Berechtigten in einem unvereinbaren Widerspruch erscheinen lassen (...). Solche Umstände hat der Gesuchsgegner jedoch nicht schlüssig dargelegt.

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WIPO vom 24.05.2006, DCH2006-0003
SOLIDWORKS / solidworks.ch Kl.9, Software (Kl.9) / WIPO

The fact that Respondent prevented and continues to prevent the Claimant from the use of the Domain Name with no other interests than revenues from leasing, failing any indication of re-launching a corresponding website while running another business under a different name without any mention of the former business names, constitutes unfair business practice.

The Claimant is incorporated in the United States, which is a contracting party of the Paris Convention. Therefore, its business name SOLIDWORKS is protected under Swiss Law. The Swiss Federal Supreme Court has specified in BGE 79 II 305 that a company which is not registered in the Swiss Commercial Registry obtains the same protection for its business name than a non registered Swiss company, i.e. the protection under the UCA and of Art. 29 of the Swiss Civil Code (“CC”).

Domain names were considered by the Swiss Federal Supreme Court to be able to identify a person or a company behind them as a distinctive sign (BGE 126 III 239, 244). Therefore, the Claimant’s right to its name can be infringed by the Respondent’s use of the Domain Name.

By holding the Domain Name, the Respondent causes the risk of confusion because the name of the Claimant and the Domain Name are identical. The bearer of the business name “Solidworks GmbH” has been liquidated. The Respondent failed to prove any legitimate use of the name. Therefore, the Respondent violates the legitimate interests of the Claimant since the latter does not have to accept to be brought into connection with the holder of the Domain Name or the content of the corresponding website. The Claimant is furthermore prevented from the right to use its name on the Internet through a corresponding domain name.

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WIPO vom 10.05.2006, DCH2006-0004
Héli-Alpes SA / heli-alpes.ch / WIPO

La requérante fonde sa requête sur les dispositions du droit suisse régissant la protection des raisons de commerce (art. 956 ss. du Code des Obligations, ci-après CO), ainsi que sur la loi contre la concurrence déloyale (art. 3 LCD).

Dans le cas d’espèce, la raison de commerce de la requérante est Héli-Alpes SA. Il convient ainsi de déterminer si la partie adverse, en enregistrant les noms de domaine <heli-alpes.ch> et <helialpes.ch>, a créé un risque de confusion ou si, au contraire, les noms de domaine se distinguent suffisamment de la raison sociale de la requérante pour éviter un tel risque.

L’expert relève également que la partie adverse n’a fait état d’aucun intérêt légitime à l’utilisation des noms de domaine. Ceux-ci ne correspondent en particulier pas à son nom, ni à aucune désignation dont elle fait usage.

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WIPO vom 14.08.2006, DCH2006-0006
UNIGESTION / unigestion.ch Kl.16, Kl.35, Kl.36 / WIPO

Claimant is the owner of the Swiss trademark UNIGESTION (CH P-424658).

As to the case at issue, the identity of the trademark UNIGESTION and the Domain Name has already been established. The Domain Name clearly violates Claimant’s rights in the above trademark, whether or not the likelihood of confusion is decided with recourse to Respondent’s website’s content, for the following reasons.

An assessment of the risk of confusion under the Swiss Trademark Act must take into consideration both the degree of similarity of the signs as well as the similarity of the respective goods and/or services (see, e.g., David, Markenschutzgesetz, 2nd ed., Basel 1999, N 8 ad Art. 3). The two elements are interrelated, i.e., the more similar the goods and/or services are the more distinguishable the respective signs must be, and vice versa. Respondent operates the website under the Domain Name, inter alia, to promote money related games such as its online casino. Thus, a connection to financial matters -one of the categories of the UNIGESTION trademark registration - is established. In light of the distinctive mark of Claimant, its broad protection and the Domain Name’s identity with the UNIGESTION trademark, a likelihood of confusion is substantiated beyond any reasonable doubt.

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WIPO vom 18.07.2005, DCH2005-0013
SULZER / sulzerareal.ch Kl.7, Kl.9 / WIPO

The Claimant is the owner of the trademark SULZER in Switzerland and in many other countries.

In the present case, it is obvious that the Claimant has a right in the distinctive signs “Sulzer” and “Sulzerareal” and that the registration or use of the domain name <sulzerareal.ch> constitutes a clear infringement of the Claimant’s right.

5.3 Claimant Sulzer is a very well known enterprise, above all in Switzerland, but also beyond its frontiers. Claimant has registered many trademarks using the distinctive sign Sulzer; Claimant has furthermore registered an identical top level domain name <sulzerareal.com>.

By registering the domain name <sulzerareal.ch>, Respondent has appropriated Claimant’s main distinctive sign in Claimants home market, apparently with the sole purpose to be able to sell that name to Claimant at a high price.

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WIPO vom 14.06.2006, DCH2006-0008
PRECITEC / precitec.ch Kl.9 / WIPO

Die Gesuchstellerin ist ein Unternehmen, das im Bereich der Lasermaterialbearbeitung tätig ist und diesbezügliche Systemlösungen anbietet. Sie behauptet, dass ihre Produkte insbesondere in der Medizinaltechnik verwendet würden. Gemäss Beilage 13 der Beschwerdeschrift ist die Gesuchstellerin Inhaberin der internationalen Marke PRECITEC, die am 21. Februar 1986 für die Klasse 9 angemeldet wurde.

Die Gesuchsgegnerin ist ein gemäss eigenen Angaben 1999 gegründetes Unternehmen, das seit dem 10. März 2004 die Firma Precitec GmbH trägt. Die Gesuchsgegnerin hat sich auf die Fertigung von präzisen und komplexen Einzelteilen mit nachträglicher Draht- und Senkerosionsarbeit spezialisiert. Gemäss ihrer Webseite stammen die meisten Kunden aus dem Medizinal-Sektor.

Der Domain-Name wurde am 2. März 2004 von der Gesuchsgegnerin registriert.

Die Gesuchsgegnerin verwendet das Kennzeichen PRECITEC, das identisch mit der Marke der Gesuchstellerin ist, als Domain-Namen zur Bezeichnung ihrer Webseite.

Die Gesuchsgegnerin ist zudem im Geschäftsfeld der Präzisionsfertigung von Einzelteilen tätig, das dem der Gesuchstellerin (Präzisionsmaterialbehandlung mittels Lasertechnologie) sehr ähnlich ist. Zugleich sprechen beide Verfahrensparteien eine ähnliche Kundschaft an (Medizinalbereich).

Durch die Identität der Firma der Gesuchstellerin mit dem Domain-Namen sowie die erwähnte Nähe im Geschäftsleben kann aus den oben aufgeführten Gründen auf eine massgebliche Verwechslungsgefahr zwischen der Gesuchstellerin und der hinter dem Domain-Namen stehenden juristischen Person geschlossen werden.

Die Gesuchstellerin geniesst in diesem Zusammenhang zeitliche Priorität, da sie früher den Namen PRECITEC annahm als die Gesuchsgegnerin (Anlage 1 und 4 der Beschwerdeschrift). Im Rahmen einer Gesamtbeurteilung der beteiligten Interessen kann das Prioritätsprinzip relativiert werden, wozu hier aber kein Anlass besteht.

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WIPO vom 13.07.2006, DCH2006-0010
ECOPOWER / ecopower.ch Kl.7 / WIPO

Die Gesuchstellerin ist eine GmbH mit Sitz in Remscheid, Deutschland. Sie bietet mittels verschiedener Technik Klimatechnologien für Gebäude an. Unter dem Domain-Namen <ecopower.de> bietet die Gesuchstellerin eine ökologische Technologie in Form von Blockheizkraftwerken zur Herstellung von Wärme und Strom an. Sie ist seit dem 11. September 1998 Inhaberin der Schweizer Marke ECOPOWER (Anlage 3 des Gesuchs).

Der Gesuchsgegner hat am 16. Juni 2006 den Domain-Namen registriert. Nachdem zwischenzeitlich pornographische Inhalte auf der Website angeboten wurden, ist zurzeit keine Website unter dem Domain-Namen aufgeschaltet.

Daher ist abzuwägen zwischen dem Interesse der Gesuchstellerin, ihr Kennzeichen auf dem .ch-Markt zu reflektieren, und einem allenfalls berechtigten Interesse des Gesuchsgegners. Der Experte anerkennt die Wichtigkeit und das Interesse, die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens in einem entsprechenden Land in einem Domain-Namen mit der dazugehörigen ccTLD zu repräsentieren. Die Zurechnung eines Domain-Namens zum Markeninhaber ist zudem allen einschlägigen Verkehrskreisen gemein. Durch ihre bisherigen Internetauftritte rechtfertigt sich ein Interesse an einem entsprechenden Auftritt unter der ccTLD .ch.

Der Gesuchsgegner hingegen trägt keine Gründe vor, weshalb er zum Gebrauch des Domain-Namens berechtigt sein sollte. Vielmehr ist aufgrund des Gesuchs nicht ersichtlich wie der Gesuchsgegner überhaupt nach Treu und Glauben ein berechtigtes Interesse haben könnte. Durch Aufschaltung von pornographischem Inhalt auf eine Website unter einem Domain-Namen, der aus der Marke der Gesuchstellerin besteht, wird diese Marke in einem Zusammenhang wahrgenommen, der sachlich verfälscht und unnötig den Ruf der Marke und der Inhaberin schädigt.

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WIPO vom 18.10.2006, DCH2006-0016
Lausanne Marathon / lausanne-marathon.ch Kl.41 / WIPO

La requérante est une association suisse dénommée “Lausanne Marathon”, qui a été inscrite au Registre du Commerce de Lausanne le 16 octobre 1995.

La partie adverse est un individu qui, selon les informations qu’il a fournies au Registre SWITCH lors de l’enregistrement du nom de domaine litigieux, est domicilié à Gex, en France. Il a enregistré le nom de domaine <lausanne-marathon.ch> le 7 juin 2006. Ce nom de domaine a été activé et est utilisé pour rediriger les utilisateurs d’Internet vers une page web qui contient la mention suivante : “Bienvenue sur notre site www.lausanne-marathon, vous pouvez faire du marathon aussi dans le but de lui courir derrière, Cliquer ici pour ENTRER”. Le lien figurant sur ce site renvoie vers un site à caractère érotique, dont la première page porte le nom “Taylor Little”.

L’expert relève cependant qu’il est admis, de jurisprudence constante, que l’usage d’un signe distinctif appartenant au domaine public ne saurait en principe être interdit. Chaque concurrent doit en effet avoir la possibilité de désigner ses produits en utilisant des expressions qui en définissent la nature et les propriétés.

Le signe “Lausanne Marathon” comprend tout d’abord une indication géographique, soit le nom de la ville de Lausanne. Le Tribunal fédéral a jugé que les noms des collectivités publiques ou régionales ne faisaient pas en soi partie du domaine public (ATF 128 III 353; ATF 126 III 239).

Aux yeux de l’expert, et au vu des explications fournies par la requérante, de l’absence de contestation du défendeur, et des documents qui figurent au dossier, il ne fait pas de doute que les internautes qui cherchent à accéder à un site Internet sous le nom de domaine <lausanne-marathon.ch> s’attendent à trouver des informations relatives au marathon organisé à Lausanne par la requérante, Lausanne Marathon, depuis plus de dix ans.

Il apparaît ainsi que la partie adverse, en enregistrant et utilisant le nom de domaine <lausanne-marathon.ch> a cherché à créer des confusions évitables avec les activités de la requérante et a usurpé, de manière parasitaire, la réputation de la requérante. Ces agissements constituent une violation claire des droits de la requérante.

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WIPO vom 10.11.2006, DCH006-0014
Cycle-Tech GmbH / cycletech.ch / WIPO

The Claimant provides an Internet based order service for spare parts for motorcycles, motorbikes, scooter, quads and cars in Switzerland and internationally.

The Claimant registered the domain name <cycle-tech.ch> on December 18, 2003, and uses this domain name for its business (Exhibits Nos. 3 and 4 to the Complaint).

The Respondent registered and uses the domain name <cycletech.ch> as a portal without any proper functionalities; the website only contains links to other websites e.g. the website of Scooterama Christen GmbH <scootertuning.ch> which is a direct competitor of Claimant.

Under Article 3 lit. d) UCA, anyone taking measures aimed at causing confusion with products, works, services or enterprise of a product or service provider, is acting unfairly. Under Article 2 UCA, the protection may be extended to imitations not falling under Article 3 lit. d) UCA, provided specific additional circumstances show the unfairness of the activities (Zurich Insurance Company, Vita Lebensversicherungs-Gesellschaft v. Roberto Vitalini, WIPO Case No. DCp005-0012).

The domain name <cycletech.ch> is confusingly similar to the Claimant’s Company name “Cycle-Tech GmbH”. Moreover, the Expert is satisfied from the Claimant’s submissions that the Respondent’s activites amount to unfair and unlawful practices, as described above, within the general meaning of Article 2 UCA.

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WIPO vom 23.11.2006, DCH006-0023
OTTO / ottoversand.ch Kl.18, Kl.21, Kl.25 / inaktiver Domainname (Kl.38) WIPO

Im WIPO Verfahren No. DCH2004-0012, Feldschlösschen Getränke Holding AG v. John De Souza, wird festgehalten, dass diese Voraussetzungen lediglich auf sogenannte aktive Webseiten anwendbar sind. Wieso zwischen aktiven und passiven Webseiten unterschieden wird, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Es ist nämlich davon auszugehen, dass ein Domainhalter früher oder später, eventuell auch nach dem Verkauf des registrierten Domainnamens, beabsichtigt, damit Informationen für andere Internetnutzer zugänglich zu machen. Somit birgt der registrierte Domainname immer eine potentielle Verletzung von Markenrechten in sich, weshalb es der Schutzzweck erfordert, dass auch passive Domainnamen gegenüber absolut geschützten Kennzeichen Dritter den gebotenen Abstand einzuhalten haben.

Der kennzeichnungskräftige Teil der streitigen Domainnamen ist mit der Marke der Gesuchstellerin identisch. Ebenfalls kann der kennzeichnungsmässige Gebrauch für einen Domainnamen ohne weiters bejaht werden. Bei den streitigen Domainnamen <ottoversand.ch> und <otto-versand.ch>liegt es nahe, dass der Gesuchsgegner einen Versandhandel über diese Domainnamen betreiben will. Die gewerbliche Nutzung ist deshalb zu bejahen. Die Verletzung des markenrechtlichen Schutzes der Marke „Otto“ ist zu bejahen.

 

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WIPO vom 21.12.2005, DCH2005-0021
MEDIA MARKT / 1amediamarkt.ch Kl.9 / WIPO

Der Domain-Name <1amediamarkt.ch> ist mit der Marke MEDIA MARKT sehr ähnlich, da er diese vollständig enthält und da der Zusatz „1a“ kaum Kennzeichnungskraft besitzt und also keinen nennenswerten Unterschied macht. Die Gesuchsgegnerin gebraucht den Domain-Namen <1amediamarkt.ch> auch für gleiche Waren. Gesellschaftszweck der Gesuchsgegnerin ist der Handel mit elektronischen Geräten sämtlicher Art einschliesslich Haushaltsapparaten, Unterhaltungs-Elektronik/HIFI, Home-Cinema, usw. Dieser Warenbereich ist mit demjenigen der Gesuchstellerin identisch. Die Registrierung und die Benutzung des Domain-Namens<1amediamarkt.ch> erzeugt daher eine Verwechslungsgefahr mit der Marke MEDIA MARKT, die zu benutzen in der Schweiz die Gesuchstellerin ausschliesslich berechtigt ist.

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WIPO vom 03.01.2006, DCH2005-0025
LE MATIN BLEU / matin-bleu.ch Zeitungen (Kl.16) / WIPO

La requérante a déposé une demande d’enregistrement de la marque “LE MATIN BLEU” dont un certificat de dépôt lui a été établi en date du 28 septembre 2005 par l’autorité compétente, la date du dépôt retenue étant celle du 21 septembre 2005 (Annexe 5, requérante).

L’intimé conteste les effets du dépôt au motif que les taxes prescrites n’auraient pas été payées.

En effet, l’article 30 alinéa 2 lit. b de la loi fédérale sur la protection des marques énonce que la demande d’enregistrement est notamment rejetée si les taxes prescrites n’ont pas été payées. Toutefois, l’intimé n’apporte pas de manière concluante la preuve que l’enregistrement en question aurait été rejeté par l’Institut fédéral de la propriété intellectuelle, en particulier en raison du non-paiement des taxes.

La requérante invoque la protection de la LCD (cf. supra). A juste titre. Le détenteur d’une marque valable peut également bénéficier de la protection de cette loi (cf. ATF 127 III 33, 38 “Brico”).

Selon l’article 3 alinéa 2 lit. d LCD agit de façon déloyale celui qui prend des mesures qui sont de nature à faire naître une confusion avec les marchandises, les œuvres, les prestations ou les affaires d’autrui. Le comportement déloyal peut aussi découler de la clause générale figurant à l’article 2 LCD, mais seulement en présence de circonstances particulières (ATF 116 II 365; cf. aussi Zurich Insurance Company, Vita Lebensversicherung-Gesellschaft c. Roberto Vitalini, litige N° DCH2005-0012 précité). L’article 2 LCD prévoit en particulier qu’est déloyal et illicite tout comportement ou pratique commercial qui est trompeur ou qui contrevient de tout autre manière aux règles de la bonne foi et qui influe sur les rapports entre concurrents ou entre fournisseurs et clients.

En l’espèce, la confusion est établie : l’examen du nom de domaine incriminé avec le signe distinctif de la requérante donne clairement l’impression erronée qu’il existe un lien entre les deux (cf. ATF 116 II 463). D’autre part, l’expert peine à constater un enregistrement et un usage de bonne foi de <matin-bleu.ch> par l’intimé. De son propre avis, les explications fournies par l’intimé ne sont guère convaincantes quant à la genèse du nom de domaine en question. De plus, il est troublant de constater, à teneur de l’argumentation développée par l’intimé, qu’il est coutumier dans la pratique d’achat de noms de domaine qu’il met ensuite “en attente” sous divers prétextes. On peut sérieusement douter de la bonne foi de l’intimé lorsqu’il évoque la référence au poète Charles CROS en guise de justification possible ou mentionne des projets non étayés par des éléments ayant force probante.

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WIPO vom 04.01.2006, DCH2005-0026
LOCATIONSERVICES / locationservices.ch Kl.35 / WIPO

Die Kennzeichnungsfunktion der Domainnamen hat zur Folge, dass diese gegenüber den absolut geschützten Kennzeichen Dritter den gebotenen Abstand einzuhalten haben, um Verwechslungen zu vermeiden (BGE 126 III 239; 128 III 353). Ist das als Domainname verwendete Zeichen namenrechtlich, firmenrechtlich oder markenrechtlich geschützt ist, kann der entsprechend Berechtigte einem Unberechtigten demnach die Verwendung des Zeichens als Domainname grundsätzlich verbieten, wobei über Kollisionen zwischen verschiedenen Rechten durch Abwägung der gegenseitigen Interessen zu entscheiden ist (BGE 126 III 239; 128 III 353).

Der Umstand, dass die Firma der Gesuchstellerin Location Service AG lautet, und dass die Marke LOCATIONSERVICES erst angemeldet ist, schwächt die Position der Gesuchstellerin nicht; die Bezeichnungen „locationservice“ oder „locationservices“ einerseits und „Location Services andererseits sind aus kennzeichenrechtlicher Sicht als identisch zu betrachten, und es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Markenanmeldung LOCATIONSERVICES nicht zur Eintragung führen wird.

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WIPO vom 21.03.2006, DCH2005-0029
Ada-Michaela Ciobanu / ciobanu.ch / WIPO

La requérante est Mme Ada-Michaela Ciobanu, veuve de l’artiste peintre et sculpteur Mircea Ciobanu, né à Bucarest le 15 avril 1950 et décédé à Genève le 9 janvier 1991. Depuis la mort de son mari, la requérante assure la promotion de ses œuvres.

En l’espèce, il convient donc de se demander quelles sont les attentes que le nom de domaine <ciobanu.ch> éveille dans l’esprit des internautes. Il est vraisemblable aux yeux de l’expert que les personnes qui saisissent le nom de domaine dans leur navigateur s’attendent à trouver un site contenant des informations sur le peintre Mircea Ciobanu. En effet, les pièces produites par la requérante permettent d’inférer que l’artiste jouissait d’une certaine renommée en Suisse, au moins dans les milieux intéressés à l’art moderne.

Cela dit, il faut garder à l’esprit que ce n’est pas le droit au nom de Mircea Ciobanu, aujourd’hui décédé, qui est en cause en l’espèce, mais bien celui de la requérante. A cet égard, le fait que les internautes reconnaissent le nom du peintre dans le nom de domaine litigieux ne permet pas automatiquement de conclure que ce nom de domaine porterait atteinte au droit au nom de la requérante. En effet, une usurpation indue du nom de la requérante suppose que l’usage de ce nom suscite l’impression qu’il existe un lien entre le site du défendeur et la requérante elle-même. Pour que l’on puisse admettre que le nom de domaine crée un risque de confusion quant aux relations entre le défendeur et la requérante, il faudrait que les internautes s’attendent à trouver un site non seulement consacré à l’artiste, mais encore exploité ou autorisé par la requérante, que ce soit en sa qualité de membre de la proche famille du peintre ou en sa qualité de titulaire de droits d’auteur sur son oeuvre.

Au vu de cette incertitude, l’expert estime qu’on ne peut pas parler en l’état du dossier d’une infraction “claire” au droit au nom de la requérante au sens du paragraphe 24(d) des Dispositions.

Même s’il n’entre en principe pas dans la mission de l’expert de déterminer si le contenu du site auquel mène le nom de domaine litigieux présente un caractère illicite, cette question apparaît néanmoins pertinente pour apprécier si le défendeur a violé les dispositions de la LCD par un comportement déloyal et illicite en enregistrant ou en utilisant le nom de domaine. (...)

Au vu de ce qui précède, il apparaît bien que le défendeur enfreint le droit de reproduction réservé à la requérante et à ses filles, et que le contenu du site Internet est illicite. Le défendeur a été formellement informé du fait que la requérante estimait ses droits violés en novembre 2004. Il a néanmoins continué à utiliser le nom de domaine en connexion avec le site litigieux, lequel contient à l’heure actuelle des centaines d’œuvres de l’artiste, qu’il est possible d’agrandir et de télécharger.

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WIPO vom 09.10.2006, DCH2006-0009
ARIEL / ariel.ch Kl.1, Kl.2, Kl.3, Kl.5, Kl.8, Kl.21 / WIPO

The Respondent is Ariel Hauser, Wangen an der Aare, Switzerland.

The Swiss Supreme Court considered that in the case of a conflict between a trademark and a domain name, the content of the website linked to the domain name would be determining, but that the sole registration of a domain name can be sufficient to establish the violation of a trademark right if the trademark is well-known (4C.31/2004 = sic! 2005, 200 - <riesen.ch>).

 

The second question which arises is therefore whether “ARIEL” is well-known and protected under Article 15 of the Swiss Trademark Act. (...) Under the circumstances, the Expert considers that “ARIEL” is obviously a strong trademark, known by a large part of the Swiss public, and that it therefore benefits from a high scope of protection in Switzerland.

The third question to examine is whether the well-established rights of the Claimants in their trademark “ARIEL” prevail over the Respondent’s first name “Ariel” which is protected, to a certain extent, by Article 29 of the Swiss Civil Code (Andreas BUCHER, Personnes Physiques et protection de la personnalité, Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1999, No. 833). A balance between the parties’ interests has thus to be established.

The Swiss Supreme Court found that the interest of a company in being easily found on the Internet by its customers under its well-known mark is greater than the interest of an individual to use his last name as part of an Internet address (4C.376/2004 of January 21, 2005, SIC ! 2005, pages 390ff – <maggi.com>).

In this regard, the Expert considers that the interest of a multinational group such as Procter & Gamble, which owns and has been extensively using in Switzerland the “ARIEL” trademark for decades, is higher than the interest of the Respondent who has registered his first name as a domain name, but who has not used the said domain name for a website in five years and who has not taken position in the present proceedings.

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WIPO vom 02.11.2006, DCH2006-0012
BLOGGER / blogger.ch Software (Kl.9), Herausgabe von Publikationen (Kl.41) / WIPO

The Respondent is not a representative of the Claimant. The Claimant faces disadvantages as it cannot use the domain name <blogger.ch> to market its product under the corresponding trademark. By registering the domain name <blogger.ch>, which is identical to the Claimant’s international and Swiss trademark registrations for the mark BLOGGER, the Respondent created a likelihood of confusion for Internet users who would expect to find under the disputed domain name the Claimant’s related services. It is apparent that the Respondent is trying to take advantage of the Claimant’s brand recognition. Hence, the Respondent’s behavior violates the Claimant’s right in a distinctive sign under Article 3 lit. d) UCA.

Moreover, the Expert agrees with the Claimant that the Respondent’s conduct aiming at using the Claimant’s distinctive sign for pornographic material (see Annex 10 to the Complaint) exploiting thereby the reputation of the Claimant’s trademark is unfair and unlawful within the meaning of Article 2 UCA.

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WIPO vom 24.10.2006, DCH2006-0022
SUNRISE / sunirse.ch Dienstleistungen der Telekommunikation (Kl.38) / WIPO

According to art. 13 para. 2 TMA in connection with art. 3 para. 1 lit. c TMA the Claimant is entitled to enjoin the Respondent to use a sign similar to SUNRISE in connection with goods and services identical or similar to Claimant’s. The difference between the signs SUNRISE and SUNIRSE is negligible. It only consists of the exchange of two letters without significantly altering the appearance of the sign as a whole, especially considering the wider protection of art. 15 TMA. The services and goods offered on Respondent’s website under the Domain Name include services similar or identical to Claimant’s, i.e. mobile phones, network contracts or SMS-services.

The Panel notes that under paragraph 4 (a) of the Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (“UDRP”) adopted by ICANN on August 26, 1999, the conduct of typosquatting is considered as evidence of bad faith. Typosquatting as referred to in several WIPO-decisions (see e.g. Edmunds.com, Inc. v. Triple E Holdings Limited, WIPO Case No. D2006-1095) must be seen in subtle changes in the spelling of complainant’s trademark. These changes could be the switching, the deletion or the doubling of letters. The result does not substantially differ from the trademark. Therefore, the creation of domain names through modification of trademarks could not serve any possible legitimate interests and could only aim at exploiting the reputation of a trademark.

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WIPO vom 28.12.2006, DCH2006-0028
ABB / abb-immo.ch Kl.35, Kl.36, Kl.37, Kl.41, Kl.42 / WIPO

Der Gesuchsgegner macht geltend, bei der Namenswahl seiner Einzelfirma durch die gesetzlichen Schranken verpflichtet gewesen zu sein. Er heisse nun einmal André B. Bally. Eine Verwechslungsgefahr sei dadurch ausgeschlossen, dass im Bernbiet er, der Gesuchsgegner, mit der Abkürzung „ABB” in Verbindung gebracht werde, nicht die Gesuchstellerinnen.

Hier besteht kein Zweifel daran, dass das Kürzel „abb” für das Gesamtbild des Domain-Namen kennzeichnend ist. Zum einen ist es graphisch durch einen Gedankenstrich vom Bestandteil „immo” getrennt und damit hervorgehoben, zum andern stellt „immo” eine gängige Abkürzung für die Immobilienbranche dar, was nicht ausreicht, um den markenmässigen Eindruck von „abb” zu entkräften und eine verwechselbare Ähnlichkeit mit der Marke der Gesuchstellerin I auszuschliessen (vgl. RKGE sic! 2005, 804 - otto-office.com). Nach ständiger WIPO UDRP Praxis genügt es zur Vermeidung der verwechselbaren Ähnlichkeit nicht, einer bekannten Marke einen beschreibenden Zusatz im Domain-Namen beizufügen (vgl. Microsoft Corporation v. S.L., Mediaweb, WIPO Entscheid Nr. D2003-0538).

Es besteht seitens des Gesuchsgegners zwar ein Recht auf die Führung seines Namen (André Bernhard Bally), auch im Geschäftsverkehr, jedoch nicht ein Recht auf die Verwendung von dessen Abkürzung (A.B.B.). Die Marke ABB steht, wie erwähnt, seit 1987 im Geschäftsverkehr, den Gesuchstellerinnen zu ausschliesslichem Gebrauche zu. Daran ändert nichts, dass der Gesuchsgegner, wie er behauptet, aber nicht belegt, unter dem Kürzel „ABB” im Bernbiet bekannt sei.

Die Gesuchstellerinnen haben angesichts der überragenden Bekanntheit ihres Namens und ihrer Marke „ABB” das stärkere Recht am Gebrauche des Kennzeichens, selbst wenn man mit dem Gesuchsgegner annehmen wollte, seine Abkürzung A.B.B. geniesse Namenschutz (vgl. Société des Produits Nestlé S.A. v. Pro Fiducia Treuhand AG, BGE 4C.376/2004, Erwägung 3, und weiterhin BGH, Urteil vom 22.11.2001, I ZR 138/99, shell.de).

 

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WIPO vom 26.10.2007, DCH2007-0007
RENOVERO / renovera.ch Kl.6, Kl.9, Kl.16, Kl.35, Kl.36, Kl.37, Kl.38, Kl.41, Kl.42 / WIPO

Der streitgegenständliche Domain-Name <renovera.ch> unterscheidet sich von der geschützten Marke RENOVERO durch den Ersatz des Buchstabens „o” mit einem „a”. Nach Ansicht des Experten sind Wirkung und Sinngehalt, aber auch das Schriftbild und der phonetische Klang, von „renovera” und „renovero” verwechselbar. Das Ersetzen des letzten Buchstaben, quasi eine Änderung von der maskulinen in die feminine Form, kann die Verwechslungsgefahr nicht ausschliessen.

Die Gesuchstellerin verwendet das Kennzeichen RENOVERO, sowie eine gleichnamige Internetplattform „renovero.ch”, im Zusammenhang mit und als Plattform für die Ausschreibungen von Renovierungsarbeiten an Gebäuden. Der Gesuchsgegner hatte zunächst ein ähnliches Angebot auf seiner Webpage „www.renovera.ch”, indem er Besuchern Links zur Kontaktaufnahme mit Akteuren in der Baubranche vermittelte. Dass der Gesuchsgegner dieses Angebot nach Einleitung des vorliegenden Verfahrens, und spätestens ab dem 12. September 2007, vollständig änderte, kann ihn nicht entlasten. Zwar bietet er seither unter dem Domain-Namen <renovera.ch> Links zu Schülerhilfsmitteln, Lernberatungen und Coaching an, und er gibt der Bezeichnung „renovera” einen neuen Sinngehalt indem er auf der Website vermerkt: „reno und vera helfen dir in der Schule…”. Doch kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Gesuchsgegner weder der Gesuchstellerin gegenüber noch sonst in diesem Verfahren verpflichtet hat, sein früheres Angebot nicht wieder aufzunehmen. Die Änderung des Website-Inhalts erscheint deshalb vorwiegend als Ablenkungsmanöver, das die ursprüngliche Dienstleistungsgleichheit und damit die Verwechslungsgefahr bei Einleitung dieses Administrativverfahrens nicht zu beseitigen vermag. Es ist von der (anfänglichen) Dienstleistungsgleichheit auszugehen und die Verwechslungsgefahr somit zu bejahen.

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WIPO vom 05.12.2007, DCH2007-0011